Architekten im Fokus! Wie wichtig ist Kreativität?
13.07.2020

An einen Architekten werden hohe Anforderungen in Hinblick auf die technischen und wirtschaftlichen Aspekte eines Bauvorhabens gestellt. Doch wie wichtig ist eigentlich für einen Architekten die Kreativität?

Kreativität ist essenziell

Jeder Architekt, der nicht nur Standardlösungen liefert, muss auch kreativ sein. Bereits beim Entwurf eines Einfamilienhauses für eine ganz bestimmte Familie gilt es die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Bewohner in Form von adäquaten Grundrissen zu berücksichtigen. Hinzu kommen persönliche Vorstellungen zur Gestaltung und Belichtung, die sich in individuellen Aufrissen niederschlagen. Wenn der Architekt dem Entwurf darüber hinaus noch seine ganz persönliche Note verleihen möchte, ist erst Recht die Kreativität des Architekten gefragt. 

Umso mehr gilt dies für einen Architektur-Wettbewerb. Wenn Sie sich beispielsweise bei Faberling um einen Auftrag bewerben, müssen Sie sich in einem Architektur-Wettbewerb gegen die konkurrierenden Architekten durchsetzen. Hierzu benötigen Sie ein originelles Architektur-Konzept. Ein überzeugendes Konzept liefert passende Antworten auf die jeweilige Aufgabenstellung und löst technische, wirtschaftliche und gestalterische Probleme. Zudem sollte ein gutes Architektur-Konzept einzigartig sein. Folglich ist die Kreativität des Architekten in einem besonders hohen Mass gefragt. 

Spätestens wenn Sie einen Architektur-Wettbewerb gewinnen möchten, müssen Sie Ihre Kreativität also voll entfalten. Hierzu müssen Sie jedoch nicht warten, dass die Muse Sie eines schönen Tages küsst. Denn glücklicherweise gibt es eine ganze Reihe von Techniken, die Sie in Ihrem kreativen Prozess unterstützen. Wir stellen Ihnen hier elf besonders bewährte Kreativitätstechniken vor:

Die besten Ideen kommen einem oftmals spontan, wenn man sich gerade ausserhalb des Büros befindet. Vielleicht sitzen Sie gerade in einem Café oder Sie machen einen Spaziergang im Wald. In solchen Augenblicken der Gelöstheit kommen einem nicht selten die besten Einfälle. Deshalb benötigen Sie etwas, um diese Ideen festzuhalten. Hierzu dient ein Notiz- oder Skizzenbuch. Dies kann sowohl analog als auch digital sein. Wichtig ist einzig, dass Sie Ihre spontanen Einfälle aufzeichnen können. 

 

Der Feind aller Kreativität ist ein zu fester Standpunkt. Doch neigen wir alle dazu, zu einem Problem eine feste Position einzunehmen. Versuchen Sie deshalb einmal einen Perspektivwechsel, indem Sie sich vorstellen, wie eine andere Person an das zu lösende Problem herangehen würde. Versetzen Sie sich in einen Ingenieur oder in den Nutzer hinein. Überlegen Sie, wie ein guter Freund von Ihnen oder wie Ihre Mutter mit der betreffenden Fragestellung umgehen würde. Auf diese Weise kommen Sie schnell auf ganz neue Ideen, die Ihrem kreativen Prozess einen enormen Auftrieb verschaffen können.

Starren Sie nicht jeden Tag zehn Stunden oder länger auf Ihren Rechner. Verschaffen Sie sich stattdessen ein ausreichendes Mass an Bewegung. Gehen Sie im Wald spazieren oder fahren Sie mit dem Fahrrad an einen See. Spielen Sie Squash oder Tennis oder jede andere Art von Ballspiel. Machen Sie Ihren Kopf frei und sorgen Sie für einen körperlichen Ausgleich zu Ihrer geistigen Arbeit. Sie werden sehen, dass die Ideen dann wieder viel freier zu fliessen beginnen.

Sie können einen frischen Blick auf ein Projekt gewinnen, indem Sie sich vorstellen, dass dieses unter noch ganz anderen Einschränkungen, als den tatsächlich vorhandenen steht. Machen Sie es sich also ab und zu bewusst schwer. Stellen Sie sich vor, dass Sie Probleme zu lösen haben, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind. Das bringt Sie auf ganz neue Ideen. Von diesen können einige am Ende wieder in Ihren Entwurf einfliessen.

Obwohl der Computer heute ganz neue Möglichkeiten zum Entwerfen schafft, hat der Modellbau nach wie vor seine Berechtigung im Entwurfsprozess. Mithilfe von Modellen aus Pappe oder aus Styrodur können Sie in kurzer Zeit eine Vielzahl von Entwurfsvarianten testen. Sie können mit diesem spielerischen Ansatz sogar noch weitergehen und Bauklötze oder Legosteine für Ihre Modelle verwenden. Sie werden sehen, dass Sie auf diese Weise schnell zu ganz neuen Entwurfsansätzen kommen werden. 

Ludwig Mies van der Rohes Devise „less is more“ hat durchaus etwas für sich. Doch es kann auch gut sein den genau umgekehrten Weg zu beschreiten. Haben Sie deshalb auch einmal den Mut zu einer wirklich grossen Geste. Treiben Sie Ihr Konzept auf die Spitze. Klotzen Sie, anstatt zu kleckern. Wählen Sie eine besonders einprägsame Gestalt für Ihr Bauvorhaben. Versuchen Sie sich an einer wirklich verrückten Idee. 

Wenn Sie an einem Architektur-Wettbewerb arbeiten, dann haben Sie eine Abgabefrist. Doch auch bei Projekten, bei denen Sie keine konkrete Deadline haben kann es von Vorteil sein, wenn Sie sich konkrete Fristen für bestimmte Entwurfsprozesse setzen. Der dadurch entstehende Druck kann Ihre Kreativität oftmals beflügeln. Nicht selten werden die Ideen dann plötzlich völlig unerwartet aus Ihnen hervorsprudeln. Sich selbst Druck zu machen kann also dem kreativen Prozess durchaus förderlich sein.

Das gewöhnliche Medium des Architekten ist die Zeichnung. Doch versuchen Sie, auch einmal Ihre Entwurfsideen in schriftlicher Form festzuhalten. Dies können Sie in Form einer Beschreibung von Form und Konstruktion eines Gebäudes tun. Sie können aber auch einen Gang durch ein zu entwerfendes Haus beschreiben. Dadurch werden Sie auf ganz neue Ideen kommen. Durch einen solchen Wechsel des Darstellungsmediums werden Ihnen völlig neue Aspekte eines Entwurfsprojekts auffallen. 

In jedem Architekturbüro sollte es eine kleine Bibliothek mit den Entwürfen der grossen Meister des Fachs geben. Lassen Sie sich von den Klassikern der Architektur inspirieren. Natürlich können dies auch zeitgenössische Meister sein. Lernen Sie von den Besten. Sie können meisterliche erprobte Lösungen auf Ihr eigenes Projekt übertragen. Damit ist nicht gemeint, dass Sie einfach blind abkupfern sollten. Aber sich von überzeugenden Lösungsansätzen inspirieren zu lassen ist oftmals der Schlüssel zum eigenen Erfolg.

Sie müssen nicht immer gleich alle Probleme eines Entwurfs lösen. Sie können stattdessen auch mit einem Detail beginnen. Überlegen Sie sich ein gutes Detail für die Fassade, den Eingang oder das Treppengeländer eines Gebäudes. Nicht selten werden Sie über die Lösung solch eines Details plötzlich auch den Blick für das grosse Ganze gewinnen. In jedem Fall haben Sie auf diese Art bereits ein wichtiges Problem gelöst. 

Warten Sie nicht auf den idealen Zeitpunkt, um mit einem Entwurf zu beginnen. Fangen Sie stattdessen einfach an! Auf diese Art können Sie auch innere Blockaden überwinden.

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